Seit ich auf meinem Desktop Linux Mint mit Cinnamon verwende, bin ich sehr zufrieden. Ein paar Dinge haben mir aber gefehlt oder nicht so funktioniert wie unter Windows. Statt mich damit abzufinden, habe ich in den letzten Wochen einiges selbst gebaut oder verbessert - wenn immer möglich direkt im ursprünglichen Projekt, damit alle etwas davon haben.
Recoll-Dateisuche im Cinnamon-Menü
Ich möchte im Startmenü nicht nur Programme finden, sondern auch Dateien - und zwar nicht nur nach Namen, sondern auch nach Inhalt. Die Erweiterung cinnamon-recoll-search bindet dafür den Suchindex von Recoll in das normale Cinnamon-Menü ein. Gefunden werden auch Dateien in ZIP-Archiven und Mails in Postfächern. Mit d: oder f: vor dem Suchbegriff sucht man nur nach Ordnern oder nur nach Dateien, und über das Kontextmenü kann man eine Datei mit einem anderen Programm öffnen, den Ordner anzeigen oder den Pfad kopieren. Weil Cinnamon Erweiterungen eigentlich keine eigenen Suchergebnisse im Menü erlaubt, verpackt die Erweiterung einen sogenannten Search Provider.
Bei der Entwicklung ist mir aufgefallen, dass das Menü manchmal Ergebnisse einer alten Suchanfrage anzeigt, wenn man schnell tippt. Diesen Fehler habe ich direkt in Cinnamon behoben, und der Pull Request wurde ins offizielle Projekt übernommen. Die Erweiterung gibt es auf GitHub (GPL-2.0).
Logitech G13 unter Linux
Mein altes Logitech G13 Gameboard wird von Logitech unter Linux nicht unterstützt, aber es gibt einen Community-Treiber. Dazu habe ich mehrere Verbesserungen beigesteuert, die alle ins Projekt übernommen wurden: Unterstützung für Linux Mint und eine bessere Installation, nicht-amerikanische Tastaturlayouts in der Konfigurations-GUI, Fehlerbehebungen im Makro-Editor und bei der Hintergrundbeleuchtung, Profilwechsel über die M1-M3/MR-Tasten inklusive LEDs sowie ein Befehl und ein Dienst, um Informationen auf dem kleinen LCD anzuzeigen.
PyDeej
Vor ein paar Jahren habe ich mir einen deej gebaut, einen Hardware-Lautstärkemixer mit Schiebereglern auf Arduino-Basis. Unter Linux mit PipeWire lief der ursprüngliche Client bei mir aber nicht zuverlässig. PyDeej ist ein schlanker Ersatz in Python, die Arduino-Firmware bleibt unverändert. Jeder Regler kann die Gesamtlautstärke, das Mikrofon, die Systemklänge, einzelne Programme oder “alles andere” steuern. Besonders praktisch ist das Ziel deej.games, das automatisch alle Spiele erkennt - egal ob über Proton/Wine, als native Linux-Spiele oder von Steam gestartet. Die Konfiguration ist kompatibel mit dem Original und wird live übernommen. PyDeej läuft als systemd-User-Dienst und ist auf GitHub zu finden (MIT-Lizenz).
PyMemeRenamer
Heruntergeladene Bilder heissen meistens FB_IMG_1234.jpg oder Image_20250225_..., und so findet man in einer Meme-Sammlung nie wieder etwas. PyMemeRenamer ist eine kleine Desktop-App, die sich komplett mit der Tastatur bedienen lässt. Damit benennt man die Bilder schnell nach dem Schema kategorie_tag_tag.jpg um, ohne jedes Mal einen Bildbetrachter zu öffnen. Ob ein Bild schon umbenannt wurde, erkennt die App nur am Dateinamen, es braucht also weder Datenbank noch Zusatzdateien. Beim Umbenennen bleibt das Änderungsdatum unangetastet. So erkennen Sync-Clients eine echte Umbenennung, statt die Datei zu löschen und neu hochzuladen. Die App gibt es auf GitHub (MIT-Lizenz). Achtung: Im Dedup-Modus löscht sie doppelte Dateien, also vorher ein Backup machen.
Alle diese Projekte sind mit Hilfe von Claude Code entstanden und laufen bei mir im Alltag.